Sitemap-Index erklärt: Wann und wie Sie ihn nutzen
Sobald eine Website die Grenzen einer einzelnen Sitemap sprengt – oder Sie Ordnung nach Inhaltstyp wollen –, übernimmt eine Index-Datei. So funktioniert sie.
Eine Sitemap-Index-Datei ist eine XML-Datei mit dem Wurzelelement <sitemapindex>, die keine Seiten auflistet, sondern andere Sitemap-Dateien. Sie brauchen sie, sobald eine einzelne Sitemap die Limits von 50.000 URLs oder 50 MB überschreitet – oder sobald Sie Ihre Sitemaps nach Inhaltstyp, Sprache oder Datum organisieren wollen.
Der Index ist damit das Inhaltsverzeichnis Ihrer Sitemaps: eine Ebene über den eigentlichen URL-Listen, mit eigenen, einfachen Regeln. Dieser Guide erklärt Aufbau, Einsatzfälle, Protokollregeln und die Fehler, die in der Praxis am häufigsten passieren.
Was ist eine Sitemap-Index-Datei?
Strukturell ist der Index das Spiegelbild einer normalen Sitemap: Statt <urlset> mit <url>-Einträgen enthält er <sitemapindex> mit <sitemap>-Einträgen, und jedes <loc> zeigt auf eine Sitemap-Datei statt auf eine Seite. Ein vollständiges, gültiges Beispiel:
<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<sitemapindex xmlns="http://www.sitemaps.org/schemas/sitemap/0.9">
<sitemap>
<loc>https://example.com/sitemap-produkte.xml</loc>
<lastmod>2026-07-15</lastmod>
</sitemap>
<sitemap>
<loc>https://example.com/sitemap-blog.xml</loc>
<lastmod>2026-07-10</lastmod>
</sitemap>
<sitemap>
<loc>https://example.com/sitemap-seiten.xml.gz</loc>
</sitemap>
</sitemapindex>
Beachten Sie: Der Namespace ist derselbe wie bei einer normalen Sitemap, die untergeordneten Dateien dürfen gzip-komprimiert sein, und <lastmod> ist pro Eintrag optional. Erlaubte Kind-Elemente eines <sitemap>-Eintrags sind ausschließlich <loc> und <lastmod> – <changefreq> und <priority> existieren auf Index-Ebene nicht und wären dort ungültig.
Wann brauchen Sie einen Index?
Es gibt einen Pflichtfall und mehrere Kür-Fälle:
- Pflicht: die Limits. Mehr als 50.000 URLs oder mehr als 50 MB unkomprimiert passen nicht in eine Datei. Ab da führt am Aufteilen plus Index kein Weg vorbei.
- Ordnung nach Inhaltstyp. Getrennte Sitemaps für Produkte, Kategorien, Blogartikel und statische Seiten zeigen Ihnen in der Search Console pro Segment, wie viele URLs eingereicht und indexiert sind – ein unterschätztes Diagnosewerkzeug.
- Ordnung nach Sprache oder Land. Mehrsprachige Sites führen oft je Sprachversion eine eigene Sitemap und bündeln alle im Index.
- Ordnung nach Datum. Nachrichtenseiten und Archive legen etwa pro Monat oder Jahr eine Sitemap an; alte Dateien ändern sich nie wieder, und nur die aktuelle wird neu generiert.
Die Regeln des Protokolls
Das sitemaps.org-Protokoll hält die Regeln für Index-Dateien bewusst knapp:
- Ein Index darf bis zu 50.000 Sitemaps auflisten und unterliegt selbst dem 50-MB-Limit. Rechnerisch adressiert eine einzige Index-Datei damit bis zu 2,5 Milliarden URLs.
- Verschachtelung ist verboten: Ein Index darf nur auf Sitemaps zeigen, nicht auf andere Index-Dateien. Eine zweite Index-Ebene sieht das Protokoll nicht vor.
- Jeder
<sitemap>-Eintrag braucht ein<loc>mit der absoluten URL der untergeordneten Datei. <lastmod>pro Eintrag ist optional, aber wertvoll: Es bezeichnet die letzte Änderung der jeweiligen Sitemap-Datei. Crawler können damit gezielt nur die Sitemaps neu laden, die sich geändert haben – bei hunderten Kind-Dateien ein echter Effizienzgewinn.- Für die gelisteten Sitemaps gelten dieselben Host-Regeln wie für URLs in Sitemaps: gleiches Schema, gleicher Host wie der Index.
Einreichen: nur der Index
In der Google Search Console und in den Bing Webmaster Tools reichen Sie ausschließlich die Index-URL ein – die untergeordneten Sitemaps werden automatisch entdeckt und einzeln aufgeführt. Reichen Sie nicht zusätzlich jede Kind-Sitemap ein: Das erzeugt doppelte Einträge im Bericht und keinerlei Vorteil. Dasselbe gilt für die robots.txt: Eine einzige Zeile mit der Index-URL genügt.
Sitemap: https://example.com/sitemap-index.xml
Nach dem Einreichen zeigt die Search Console für jede entdeckte Kind-Sitemap eigene Zahlen zu eingereichten und indexierten URLs – genau die Segment-Sicht, die den Index auch unterhalb der Limits attraktiv macht. Details zur Verarbeitung großer Sitemaps dokumentiert Google in der Anleitung zu großen Sitemaps.
Index dynamisch oder statisch erzeugen?
Die Erzeugung folgt derselben Logik wie bei den Sitemaps selbst. Wer die Kind-Dateien beim Build oder per Cronjob generiert, schreibt den Index im selben Schritt mit – er ist ohnehin nur die Liste der gerade erzeugten Dateien samt Zeitstempel. Bei dynamischer Generierung liefert eine Route den Index aus und je eine Route die Kind-Sitemaps; ein kurzer Cache verhindert, dass große Datenbankabfragen bei jedem Crawler-Besuch neu laufen. Wichtig ist in beiden Fällen dieselbe Invariante: Jede im Index gelistete Datei muss in dem Moment abrufbar sein, in dem der Index ausgeliefert wird. Ein Index, der auf noch nicht geschriebene oder bereits gelöschte Dateien zeigt, ist der häufigste Bruch in automatisierten Setups.
Wie Validatoren einen Index prüfen
Ein Index kann formal perfekt sein und trotzdem auf lauter kaputte Dateien zeigen – deshalb prüft ein guter Validator zweistufig. Unser Sitemap-Validator validiert zunächst den Index selbst: Namespace, Wohlgeformtheit, <loc>-URLs, lastmod-Formate, Einhaltung der Limits. Anschließend listet er jede untergeordnete Sitemap auf und lässt Sie sie einzeln per Klick durchprüfen – jede Kind-Datei durchläuft dann dieselbe vollständige Prüfung wie eine eigenständige Sitemap. So finden Sie auch den Fehler, der nur in Datei 37 von 40 steckt.
Häufige Fehler bei Index-Dateien
| Fehler | Folge | Korrektur |
|---|---|---|
| Index verweist auf einen anderen Index | Verschachtelung ist nicht erlaubt; die zweite Ebene wird ignoriert | Alle Sitemaps in einer Index-Ebene bündeln |
| Seiten-URLs direkt im Index gelistet | Einträge sind ungültig; die Seiten werden nicht gecrawlt | Seiten in eine Kind-Sitemap verschieben |
| Kind-Sitemap liefert 404 | Alle URLs dieser Datei bleiben unsichtbar | Erzeugung der Kind-Dateien in den Deploy-Prozess einbauen |
| Relative Pfade im <loc> | Ungültige Einträge | Absolute URLs inklusive https:// verwenden |
| lastmod des Index nie aktualisiert | Crawler laden geänderte Kind-Sitemaps später neu | lastmod bei jeder Regenerierung mitschreiben |
| Index und Kinder auf verschiedenen Hosts | Einträge werden ignoriert | Alles unter demselben Host und Schema ausliefern |
Praktische Empfehlungen
Zwei Ratschläge aus der Praxis zum Schluss. Erstens: Warten Sie mit dem Index nicht, bis Sie 50.000 URLs erreichen. Wer früh nach Inhaltstyp aufteilt, bekommt die Segment-Diagnose in der Search Console geschenkt und muss später nichts umbauen. Zweitens: Benennen Sie die Kind-Dateien sprechend (sitemap-produkte.xml statt sitemap-2.xml) – bei der Fehlersuche Monate später werden Sie sich dafür danken. Welche URLs überhaupt in die Kind-Sitemaps gehören, behandelt unser Guide zu Sitemap-Best-Practices; und ob Ihr Index samt allen Kindern sauber ist, sagt Ihnen der Validator in wenigen Sekunden.